AANÄ
Jul Dillier (CH) / Klavier, Harmonium, Hackbrett, Gesang, Komposition
Judith Ferstl (AT) / Kontrabass
András Dés (HU) / Perkussion
Im Projekt AANÄ widmet sich Jul Dillier – mit bürgerlichem Namen Julian – den Gedichten seines gleichnamigen Onkels Julian Dillier (1922-2001), zu dem er in seiner Kindheit eine enge Beziehung hatte. Das Wort „Aanä“ hat im Obwaldner Dialekt - der gesprochenen Mundart aus Dilliers Heimat - gleich drei Bedeutungen: „Aanä“ steht einerseits für die Ahnen, die Vorfahren. Als Verb bedeutet es wie auch im Hochdeutschen ahnen, also vermuten, spüren. Zusätzlich bedeutet „aanä“ aber auch annehmen im Sinne von akzeptieren, beherzigen, bejahen.
Den künstlerischen Spuren seines Ahnen folgend, komponierte Jul Dillier aus dessen so fein- wie tiefsinnigen Gedichten stille, intime und sehr persönliche Lieder. Lieder, die er mit Klavier, Hackbrett, Harmonium und Gesang interpretiert und denen er immer wieder auch Lieder mit eigenen Texten sowie einzelne Volkslieder – allesamt auf Schweizerdeutsch - dialogisch gegenüberstellt. Eine besondere Art der Wiederbegegnung zweier alter Freunde und Seelenverwandten.
Begleitet bei dieser Spurensuche wird Jul Dillier von der österreichischen Kontrabassistin Judith Ferstl und dem ungarischen Perkussionisten András Dés. Zu dritt erschaffen sie einen akustischen Wort-Klang-Kosmos mit viel Platz für Improvisation, geprägt von ureigenen Rhythmen, sowie vom weich-herben Klang der Obwaldner Mundart. Ein vielschichtiges Programm, das in die Tiefe geht, das textlich wie musikalisch ein breites Spektrum an emotionalen Gefühlszuständen ausdrückt lässt und eine Brücke schlägt über Generationen und Zeitebenen hinweg.
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SOLÉTUDES
Jul Dillier: solo-klavier, akkordeon
„solétudes“ ist eine Sammlung von Solo-Etüden für Klavier und Akkordeon, zusammengefasst in zwei Zyklen. Eine musikalische Bestandesaufnahme, ein kleines Klangforschungsarchiv.
„solétudes“ ist auch ein Album über das Alleinsein (franz. solitude). Aufgenommen in Heimquarantäne während des Lockdowns, sind sie eine Auseinandersetzung mit der Einsamkeit in den eigenen vier Wänden.
Sol-études meint aber auch Erd-Studien, Bodenproben, Grundlagenforschung, Spurensuchen, archaische Ausgrabungen, radikale Reflexionen (von radix=Wurzel).
Eine Suche nach einer Musik von hier und von jetzt. Nach einer persönlichen Art von Heimatmusik, welche nicht versucht, Grenzen zu ziehen. Sondern eher der Frage nachgeht, was Heimat überhaupt ist und sein kann.